Eine Familie schreibt Geschichte Ursprung Krug Helpup
Eine Familie schreibt GeschichteUrsprung Krug Helpup            

Ära Karl Waldhecker

1955 bis 1971

1955 - Ende der Ära Carl Waldhecker

Nach kurzer und schwerer Erkrankung verstarb Carl Waldhecker Anfang 

August 1955 kurz vor seinem 69. Geburtstag. Ein erfolgreiche mit einer Reihe von nachhaltig geprägten Strukturveränderungen endete nach dreiundvierzig Geschäftsjahren zusammen mit seiner Ehefrau Anna Waldhecker.

Leni und Karl Waldhecker

 

Das Traditionsgasthaus

Alter Krug Helpup

wird nunmehr von Witwe

Anna Waldhecker gemeinsam mit  ihrem Sohn Karl Waldhecker

in Zusammenarbeit

mit Ehefrau Leni Waldhecker,

geb. Schlingheider weitergeführt.

Neugestaltung B 66 - Gartenwirtschaft Alter Krug

1950 - Kaufvertrag Landabgabe Alter Krug - Ausbau B 66

In einem Kaufvertrag zwischen Carl Waldhecker und dem Landesstraßenbauamt Detmold wurde am 3. Mai 1950 festgelegt, zu welchen Bedingungen die Landabgabe eines Teils der Gartenwirtschaft am Gebäudekomplex Alter Krug sowie des Obstgartens auf der gegenüberliegenden Straßenseite für die Neugestaltung der Bundesstraße erfolgen soll.

 

Wirtschaftsgarten Alter Krug

mit Einfriedigungsmauer

 

Bärbel Waldhecker,

älteste Tochter von Leni und Karl Waldhecker

als Kleinkind in den 1940er Jahren im Kruggarten.

 

16. Mai 1957 - Nachvertrag Erhaltung Einfriedigungsmauer

In einem Nachvertrag des Landesstraßenbauamtes mit Witwe Anna Waldhecker wurde am 16. Mai 1957 unter anderem gemeinsam erklärt:

"Die massive Einfriedigungsmauer wird beseitigt und dafür von der Straßenverwaltung hinter der demnächstigen neuen Straßengrenze eine massive  Einfriedigungsmauer mit Abdeckplatte aus Naturstein in 1,00 Meter Höhe über Straßenoberkannte neu errichtet. Die alte Mauer hat eine Höhe von 1,55 m. Die auf dem nördlich der Straße veräußerten Geländestreifen stehenden 3 Kastanienbäume und Ziersträucher sind vor der Übergabe des Grundstücks an den Käufer abzuschätzen und neben dem Grundstückkaufpreis besonders zu entschädigen. Ebenso entschädigt der Käufer entstehenden Ernteausfall nach Sachverständigengutachten. Die Straßenverwaltung verpflichtet sich, die vorerwähnte neue Einfriedigungsmauer am Wirtschaftsgarten des Verkäufers sofort nach Abbruch der alten Mauer wieder herzustellen, damit der Garten geschlossen bleibt. Im überigen soll der Vertrag vom 3. Mai 1950 unverändert bestehen bleiben. Das an die Straßenverwaltung veräußerte Grundstück hat jetzt die Flustücknummer 114."

 

3. September 1957 - Genehmigt und Beglaubigt

"Genehmigt! Münster, den 3. Sept. 1957 - Landschaftsverband Westfalen-Lippe-Straßenverwaltung- / Beglaubigt und zugestellt am 13. September 1957."

 

24. September 1957 - Nachverhandlung zum Nachvertrag

Nachtragsvertrag notwendig, nachdem die Gemeinde Helpup an der Gartenseite entlang der B66 einen Bürgersteig mit Grünstreifen und Hecke anlegen und außerdem in Höhe des Gartengrundstücks eine Fußgängerunterführung mit erheblichen Einschnitten in den Wirtschaftsgarten Alter Krug bauen will. Der ursprünglich zugesagte und genehmigte Bau einer Einfriedigungsmauer soll nicht mehr ausgeführt werden und der verbleibende  Restgarten nur nocch mit einer lebenden Hecke durch die Gemeinde Helpup eingefriedigt werden.

 

Straßenunterführung für Fußgänger in Helpup

Die von Ewald Berkemeier vorgeschlagene Ampelanlage im Bereich Alter Krug fand keine Mehrheit im Gemeinderat. Nach lebhafter Diskussion entschied sich der Gemeinderat Helpup auf Antrag von Ratsmitglied Walter Sudasch für den Bau einer Straßenunterführung.

Eine mit viel Ärger verbundene Entscheidung der jungen politischen Gemeinde Helpup führte nicht unbedingt zu einer nachhaltigen Zufriedenheit im Traditionsgasthaus Alter Krug Helpup.

 

 

Streuobstgarten

Alter Krug Helpup

 

 

 

Bis 1957

Gartenwirtschaft

mit Einfriedigungsmauer

Alter Krug Helpup ohne Restaurantgarten

Nach dem Abriss der Einfriedigungsmauer und vor allem durch den Tunnelbau kam es zu einer Verkleinerung der Fläche im ehemaligen Wirtschaftsgarten um 35%. Die Bewirtung im Restaurantgarten mit 10 Tischen und 60 Sitzplätzen wurde daher nicht wieder aufgenommen.

Des Weiteren wurden beim Bau der Straßenunterführung zahlreiche Entwässerungsrohre beseitigt und nicht durch neue Rohre ersetzt.

Ständig Wasser im bis dahin trockenen Keller im Alten Krug war die sehr unangehme Folge dieser unprofessionell nicht ordentlich durchgeführten Bauarbeiten.

Eine Idylle wurde zerstört!

 

 

 

 

Ab 1957

ohne Einfriedigungsmauer

und ohne

Restaurantgarten

9. April 1959

Ende der Neuverhandlung zum Nachtragsvertrag

Die notwendige Neuverhandlung zum ursprünglichen Vertrag endete nach zahlreichen Verhandlungsstunden und viel Schriftverkehr

am 9. April 1959 mit einem nach dem Einbau einer Pumpe zu Lasten der Bundesstraßenverwaltung.

Wie die Jahrzehnte danach zeigen war dieser Kompromiss jedoch keine gute Lösung und führt seit dem immer wieder zu erheblichen Ärger.

Mai 1967 Entwicklungseuphorie neue Linienbestimmung B66

Rund zehn Jahre nach dem Ausbau der B66 in Helpup wurde in einer Entwicklungseuphorie im Mai 1967 eine neue Linienbestimmung für die Bundesstraße B66 (unter anderem auch in Helpup) geplant. 

Am Spitzenkrug wurde bereits das erste Haus für den Bau der B66 verkauft (heutige Jugend- und Kulturzentrum Oerlinghausen e.V.).

Eine Umgehungsstraße wurde jedoch bis 2015 nicht gebaut und ist gar nicht mehr im Bundeswegeplan eingeordnet.

Für den Ortskern Helpup rund um Kirche und Schule wäre es wohl besser gewesen, wenn anstelle des Ausbaues der B66 in den 1950er Jahren, die Bundesstraße als Umgehungsstraße südlich von Kirche und Schule neu gebaut worden wäre.

Weitsicht war leider noch nie die Stärke von Politikern!

Denkmalschutz Alter Krug Helpup

1959 - Antrag auf Denkmalschutz Alter Krug

Die Befestigung der alten Einfriedigungsmauer entlang der Bundesstraße

war bereits 1957 ein Eingriff in den Denkmalschutz.

Auf Antrag von Karl Waldhecker wurden ab 1959 erstmals Arbeiten am Fachwerk und Dachfläche sowie Einbau einer neuen Haupteingangstür im Einvernehmen des Landeskonservator von Westfalen-Lippe - in Münster durchgeführt.

 

1. März 1962 - Denkmalschutz Eintragung im Grundbuch

Der jeweilige Eigentümer des Hauses Alter Krug in Helpup, eingetragen im Grundbuch von Oerlinghausen Blatt 2903, Flur 2, ist verpflichtet das Äußere des Fachwerkhauses einschließlich Dachfläche  in dem am 1. März 1962 bestehenden Zusatnd zu belassen und keine Änderungen ohne Genehmigung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe - Denkmalamt in Münster vorzunehmen oder zu dulden.

 

6. Februar 1970 - Namensgebung Karlsplatz

Namhafte Persönlichkeiten aus dem engsten Freundeskreis von Karl Waldhecker befestigten am 6. Februar 1970 zu seinem Geburtstag das Schild "Karls-Platz" am Nordgiebel des Fachwerkhauses. Im Laufe der Zeit hat sich der Name als "Karlsplatz" eingebürgert.

Nach fast zehn Jahrzehnten endet in den 1970er Jahren die Ära der Familien Carl und Karl Waldhecker.

 

1971 - Ende der Ära Karl Waldhecker

Plötzlich und für alle Angehörigen, Freunde, Geschäftspartner und Gäste unfassbar verstarb Karl Waldhecker am 5. Februar 1971 einen Tag vor seinem 58- Geburtstag an den Spärfolgen seiner fünfjährigen Kriegsgefangenschaft  von 1944 bis 1949 in Sibirien.

Der Traditionsbetrieb Alter Krug wurde zunächst von Witwe Leni Waldhecker zusammen mit ihren Töchtern Bärbel Rettig und Ulrike Lange weitergeführt.

 

1973 - Abschied von Anna Waldhecker

Nach einem arbeitsreichen und nachhaltig geprägten Leben im Traditionsgasthaus Alter Krug verstarb Anna Waldhecker  am

19. November 1973 in aller Stille.

 

1983 - Abschied von Leni Waldhecker

Leni Waldhecker war in all den Jahren im Alten Krug die gute Seele des Hauses und hatte immer ein offenes Ohr für die Wünsche der Gäste und allen Mitarbeitern sowie Mitarbeiterinnen. Nach langer  schwerer Erkrankung verstarb Leni Waldhecker am 10. Januar 1983 im Alter von 64 Jahren.

Mehr erfahren über die Ära von Karl Waldhecker

Höhepunkte im Traditionssaal Alter Krug

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Ein Ruf wurde zum Namen

Helpup

So könnte es seinerzeit ausgesehen haben

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© August Rettig