1934 - Beginn  Ära  Karl Waldhecker

1955 -Fortsetzung  Ära Karl Waldhecker-  bis 1971

 

 

 

1. September 1934

Beginn der Ära Karl Waldhecker

im elterlichen Gastronomiegeschäft  Alter Krug.

 

Leider nur kurze Zeit, denn am 6. Februar 1939 erfolgt die Wehrmachtszeit und Kriegszeit sowie eine Kriegsgefangenschaft bis November 1949 in Sibieren.

Der volle Arbeitseinsatz war erst ab 1955 möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ein Foto aus der Soldatenzeit.

1955 - Beginn einer neuen Ära bis 1971

Das Traditionsgasthaus Alter Krug

wird nach dem plötzlichen Tod von Carl Waldhecker kurz vor seinem 69. Geburtstag im August 1955

von Witwe Anna Waldhecker gemeinsam mit  ihrem Sohn Karl Waldhecker und Ehefrau Leni Waldhecker,

geb. Schlingheider weitergeführt.

 

 

Neugestaltung der Bundesstraße B66 - Ende der Gartenwirtschaft Alter Krug

 

 

 

  • 1940er Jahre

Wirtschaftsgarten

Alter Krug mit Einfriedigungsmauer

Bärbel Waldhecker, älteste Tochter

von Leni und Karl Waldhecker

als Kleinkind in den 1940er Jahren

im Wirtschaftsgarten.

  • 1950 - Kaufvertrag Landabgabe Alter Krug für den Ausbau der Bundesstraße B 66

In einem Kaufvertrag zwischen Carl Waldhecker und dem Landesstraßenbauamt Detmold wurde am 3. Mai 1950 festgelegt, zu welchen Bedingungen die Landabgabe eines Teils der Gartenwirtschaft am Gebäudekomplex

Alter Krug sowie des Obstgartens auf der gegenüberliegenden Straßenseite für die Neugestaltung der Bundesstraße erfolgen soll.

  • 16. Mai 1957 - Nachvertrag Erhaltung Einfriedigungsmauer

In einem Nachvertrag des Landesstraßenbauamtes mit Witwe Anna Waldhecker wurde am 16. Mai 1957 unter anderem gemeinsam erklärt:

"Die massive Einfriedigungsmauer wird beseitigt und dafür von der Straßenverwaltung hinter der demnächstigen neuen Straßengrenze eine massive  Einfriedigungsmauer mit Abdeckplatte aus Naturstein in 1,00 Meter Höhe über Straßenoberkannte neu errichtet. Die alte Mauer hat eine Höhe von 1,55 m. Die auf dem nördlich der Straße veräußerten Geländestreifen stehenden 3 Kastanienbäume und Ziersträucher sind vor der Übergabe des Grundstücks an den Käufer abzuschätzen und neben dem Grundstückkaufpreis besonders zu entschädigen. Ebenso entschädigt der Käufer entstehenden Ernteausfall nach Sachverständigengutachten. Die Straßenverwaltung verpflichtet sich, die vorerwähnte neue Einfriedigungsmauer am Wirtschaftsgarten des Verkäufers sofort nach Abbruch der alten Mauer wieder herzustellen, damit der Garten geschlossen bleibt. Im überigen soll der Vertrag vom 3. Mai 1950 unverändert bestehen bleiben. Das an die Straßenverwaltung veräußerte Grundstück hat jetzt die Flustücknummer 114."

  • 3. September 1957 - Genehmigt und Beglaubigt

"Genehmigt! Münster, den 3. Sept. 1957 - Landschaftsverband Westfalen-Lippe-Straßenverwaltung- / Beglaubigt und zugestellt am 13. September 1957."

  • 24. September 1957 - Nachverhandlung zum Nachvertrag

Nachtragsvertrag notwendig, nachdem die Gemeinde Helpup an der Gartenseite entlang der B66 einen Bürgersteig mit Grünstreifen und Hecke anlegen und außerdem in Höhe des Gartengrundstücks eine Fußgängerunterführung mit erheblichen Einschnitten in den Wirtschaftsgarten Alter Krug bauen will. Der ursprünglich zugesagte und genehmigte Bau einer Einfriedigungsmauer soll nicht mehr ausgeführt werden und der verbleibende  Restgarten nur noch mit einer lebenden Hecke durch die Gemeinde Helpup eingefriedigt werden.

 

Straßenunterführung für Fußgänger in Helpup keine Mehrheit im Gemeinderat Helpup

Die von Ewald Berkemeier vorgeschlagene Ampelanlage im Bereich Alter Krug fand keine Mehrheit im Gemeinderat. Nach lebhafter Diskussion entschied sich der Gemeinderat Helpup auf Antrag von Ratsmitglied Walter Sudasch für den Bau einer Straßenunterführung.

Eine mit viel Ärger verbundene Entscheidung der jungen politischen Gemeinde Helpup führte nicht unbedingt zu einer nachhaltigen Zufriedenheit im Traditionsgasthaus Alter Krug Helpup.

Ein tiefer Einschnitt in die Glaubwürdigkeit der Gemeindepolitik.

 

1957 - Ende der Gartenwirtschaft Alter Krug nach 50 Jahren

 

 

 

 

Bis 1957 Gartenwirtschaft

mit Einfriedigungsmauer

 

 

Infolge der völlig neuen nicht nachvollziehbaren  Gartengestaltung

musste die Gartenwirtschschaft ab 1957 eingestellt werden.

 

Ab 1957 ohne Einfriedigungsmauer

Nach dem Abriss der Einfriedigungsmauer und vor allem durch den Tunnelbau kam es zu erheblichen Veränderungen im Wirtschaftsgarten. Großer Schaden wurde durch die ersatzlose Beseitigung zahlreicher Entwässerungsrohre angerichtet. Ständig Wasser im bis dahin trockenen und gewerblich genutzten Keller war die unangenehme Folge dieser unprofessionell

und nicht ordentlichen Bauarbeiten.

  • 9. April 1959 - Ende der Neuverhandlung zum Nachtragsvertrag

Die notwendige Neuverhandlung zum ursprünglichen Vertrag endete am 9. April 1959 nach zahlreichen Verhandlungsstunden und viel Schriftverkehr mit dem Kompromiss, dass zu Lasten der Bundesstraßenverwaltung

eine Entwässerungspumpe im Keller installiert wird.

Wie die Jahrzehnte danach zeigen war dieser Kompromiss jedoch keine gute Lösung und führt seit dem immer wieder zu erheblichen Ärger.

  • Mai 1967 - Entwicklungseuphorie neue Linienbestimmung B66

Rund zehn Jahre nach dem Ausbau der B66 in Helpup wurde in einer Entwicklungseuphorie im Mai 1967 eine neue Linienbestimmung für die Bundesstraße B66 (unter anderem auch in Helpup) geplant.  Am Spitzenkrug wurde bereits das erste Haus für den Bau der B66 verkauft (heutige Jugend- und Kulturzentrum Oerlinghausen e.V.).

Eine Umgehungsstraße wurde jedoch bis 2015 nicht gebaut und ist gar nicht mehr im Bundeswegeplan eingeordnet. Für den Ortskern Helpup rund um Kirche und Schule wäre es wohl besser gewesen, wenn anstelle des Ausbaues der B66 in den 1950er Jahren, die Bundesstraße als Umgehungsstraße südlich von Kirche und Schule neu gebaut worden wäre.

Weitsicht war leider noch nie die Stärke von Politikern!

 

Ende der Ära Waldhecker nach über 90 Jahren!

  • 1971 - verstarb Karl Waldhecker

Plötzlich und unfassbar für alle Angehörigen, Freunde, Geschäftspartner und Gäste unfassbar verstarb

Karl Waldhecker am 5. Februar 1971 einen Tag vor seinem 58. Geburtstag an den Spätfolgen seiner fünfjährigen Kriegsgefangenschaft  von 1944 bis 1949 in Sibirien.

Der Traditionsbetrieb Alter Krug wurde zunächst von Witwe Leni Waldhecker zusammen mit ihren Töchtern

Bärbel Rettig und Ulrike Lange weitergeführt.

  • 1973 - Abschied von Anna Waldhecker

Nach einem arbeitsreichen und nachhaltig geprägten Leben im Traditionsgasthaus Alter Krug verstarb

Anna Waldhecker am 19. November 1973 in aller Stille.

  • 1983 - Abschied von Leni Waldhecker

Leni Waldhecker war in all den Jahren im Alten Krug die gute Seele des Hauses und hatte immer ein offenes Ohr für die Wünsche der Gäste und allen Mitarbeitern sowie Mitarbeiterinnen.

Nach langer  schwerer Erkrankung verstarb Leni Waldhecker am 10. Januar 1983 im Alter von 64 Jahren.

 

 

Überlieferung von Rezepturen über Back- und Kochkunst

 

 

 

 

Sechs handgeschriebene Rezeptbücher

mit 659 Rezepturen wurden überliefert.

Die überwiegend in Sütterlin geschriebenen Bücher und Schriften wurden 2014 von Gisela und Dirk Wulfkühler aus Lage-Hagen wortwörtlich in lateinische Schrift übertragen.

Viele dieser Rezepturen bilden bis in die heutige

14. Generation eine wichtige Grundlage in der kulinarischen Ära im Gasthaus Alter Krug Helpup.

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© August Rettig