Eine Familie schreibt Geschichte Ursprung Krug Helpup
                                          Eine Familie schreibt Geschichte                                                 Ursprung Krug Helpup                                                     

Ära Karl Waldhecker

1955

Das Traditionsgasthaus Alter Krug Helpup

wird nach dem plötzlichen Tod von Carl Waldhecker

kurz vor seinem 69. Geburtstag im August 1955

nunmehr von Witwe Anna Waldhecker

gemeinsam mit  ihrem Sohn Karl Waldhecker
und
in Zusammenarbeit mit

 Leni Waldhecker, geb. Schlingheider weitergeführt.

Neugestaltung der Bundesstraße B66

Ende der Gartenwirtschaft Alter Krug

1950

Kaufvertrag Landabgabe Alter Krug - Ausbau B 66

In einem Kaufvertrag zwischen Carl Waldhecker und dem Landesstraßenbauamt Detmold wurde am 3. Mai 1950 festgelegt,

zu welchen Bedingungen die Landabgabe eines Teils der Gartenwirtschaft am Gebäudekomplex Alter Krug sowie des Obstgartens auf der gegenüberliegenden Straßenseite für die Neugestaltung der Bundesstraße erfolgen soll.

Wirtschaftsgarten Alter Krug mit Einfriedigungsmauer

Bärbel Waldhecker,

älteste Tochter von Leni und Karl Waldhecker

als Kleinkind in den 1940er Jahren im Wirtschaftsgarten.

16. Mai 1957

Nachvertrag Erhaltung Einfriedigungsmauer

In einem Nachvertrag des Landesstraßenbauamtes mit Witwe Anna Waldhecker wurde am 16. Mai 1957 unter anderem gemeinsam erklärt:

"Die massive Einfriedigungsmauer wird beseitigt und dafür von der Straßenverwaltung hinter der demnächstigen neuen Straßengrenze eine massive  Einfriedigungsmauer mit Abdeckplatte aus Naturstein in 1,00 Meter Höhe über Straßenoberkannte neu errichtet. Die alte Mauer hat eine Höhe von 1,55 m.

Die auf dem nördlich der Straße veräußerten Geländestreifen stehenden 3 Kastanienbäume und Ziersträucher sind vor der Übergabe des Grundstücks

an den Käufer abzuschätzen und neben dem Grundstückkaufpreis besonders zu entschädigen. Ebenso entschädigt der Käufer entstehenden Ernteausfall nach Sachverständigengutachten. Die Straßenverwaltung verpflichtet sich, die vorerwähnte neue Einfriedigungsmauer am Wirtschaftsgarten des Verkäufers sofort nach Abbruch der alten Mauer wieder herzustellen, damit der Garten geschlossen bleibt. Im überigen soll der Vertrag vom 3. Mai 1950 unverändert bestehen bleiben. Das an die Straßenverwaltung veräußerte Grundstück hat jetzt die Flustücknummer 114."

 

3. September 1957

Genehmigt und Beglaubigt

"Genehmigt! Münster, den 3. Sept. 1957 - Landschaftsverband Westfalen-Lippe-Straßenverwaltung- / Beglaubigt und zugestellt am 13. September 1957."

 

24. September 1957

Nachverhandlung zum Nachvertrag

Nachtragsvertrag notwendig, nachdem die Gemeinde Helpup an der Gartenseite entlang der B66 einen Bürgersteig mit Grünstreifen und Hecke anlegen und außerdem in Höhe des Gartengrundstücks eine Fußgängerunterführung mit erheblichen Einschnitten in den Wirtschaftsgarten Alter Krug bauen will.

Der ursprünglich zugesagte und genehmigte Bau einer Einfriedigungsmauer soll nicht mehr ausgeführt werden und der verbleibende  Restgarten nur noch mit einer lebenden Hecke

durch die Gemeinde Helpup eingefriedigt werden.

 

Straßenunterführung für Fußgänger in Helpup

Die von Ewald Berkemeier vorgeschlagene Ampelanlage im Bereich

Alter Krug fand keine Mehrheit im Gemeinderat.

Nach lebhafter Diskussion entschied sich der Gemeinderat Helpup

auf Antrag von Ratsmitglied Walter Sudasch für den Bau einer Straßenunterführung.

Eine mit viel Ärger verbundene Entscheidung der jungen politischen Gemeinde Helpup führte nicht unbedingt zu einer nachhaltigen Zufriedenheit im Traditionsgasthaus Alter Krug Helpup.

Ein tiefer Einschnitt in die Glaubwürdigkeit der Gemeindepolitik.

Bis 1957

Gartenwirtschaft  mit Einfriedigungsmauer

Ab 1957

ohne Einfriedigungsmauer

Nach dem Abriss der Einfriedigungsmauer und vor allem durch den Tunnelbau kam es zu erheblichen Veränderungen im Wirtschaftsgarten.

Großer Schaden wurde durch die ersatzlose Beseitigung

zahlreicher Entwässerungsrohre angerichtet.

Ständig Wasser im bis dahin trockenen und gewerblich genutzten Keller

war die unangenehme Folge dieser unprofessionell

und nicht ordentlich durchgeführten Bauarbeiten.

Die Gartenwirtschaft musste nach fünf Jahrzehnten

durch die völlig neue Gartengestaltung eingestellt werden.

9. April 1959

Ende der Neuverhandlung zum Nachtragsvertrag

Die notwendige Neuverhandlung zum ursprünglichen Vertrag

endete am 9. April 1959

nach zahlreichen Verhandlungsstunden und viel Schriftverkehr

mit dem Kompromiss, dass zu Lasten der Bundesstraßenverwaltung

eine Entwässerungspumpe im Keller installiert wird.

Wie die Jahrzehnte danach zeigen war dieser Kompromiss jedoch keine gute Lösung und führt seit dem immer wieder zu erheblichen Ärger.

Mai 1967

Entwicklungseuphorie neue Linienbestimmung B66

Rund zehn Jahre nach dem Ausbau der B66 in Helpup wurde in einer Entwicklungseuphorie im Mai 1967 eine neue Linienbestimmung für die Bundesstraße B66 (unter anderem auch in Helpup) geplant. 

Am Spitzenkrug wurde bereits das erste Haus für den Bau der B66 verkauft (heutige Jugend- und Kulturzentrum Oerlinghausen e.V.).

Eine Umgehungsstraße wurde jedoch bis 2015 nicht gebaut und ist gar nicht mehr im Bundeswegeplan eingeordnet.

Für den Ortskern Helpup rund um Kirche und Schule wäre es wohl besser gewesen, wenn anstelle des Ausbaues der B66 in den 1950er Jahren, die Bundesstraße als Umgehungsstraße südlich von Kirche und Schule neu gebaut worden wäre.

Weitsicht war leider noch nie die Stärke von Politikern!

Ende der Ära Waldhecker

nach 95 Jahren!

 

1971

Ende der Ära Karl Waldhecker

Plötzlich und unfassbar für alle Angehörigen, Freunde, Geschäftspartner und Gäste unfassbar verstarb Karl Waldhecker

am 5. Februar 1971

einen Tag vor seinem 58. Geburtstag an den Spätfolgen seiner fünfjährigen Kriegsgefangenschaft  von 1944 bis 1949 in Sibirien.

Der Traditionsbetrieb Alter Krug wurde zunächst von

Witwe Leni Waldhecker zusammen mit ihren Töchtern

Bärbel Rettig und Ulrike Lange weitergeführt.

 

1973

Abschied von Anna Waldhecker

Nach einem arbeitsreichen und nachhaltig geprägten Leben

im Traditionsgasthaus Alter Krug verstarb Anna Waldhecker

  am 19. November 1973 in aller Stille.

 

1983

Abschied von Leni Waldhecker

Leni Waldhecker war in all den Jahren im Alten Krug die gute Seele

des Hauses und hatte immer ein offenes Ohr für die Wünsche der Gäste und allen Mitarbeitern sowie Mitarbeiterinnen.

Nach langer  schwerer Erkrankung verstarb Leni Waldhecker

am 10. Januar 1983 im Alter von 64 Jahren.

 

Mehr erfahren über die Ära von Karl Waldhecker

Ein Ruf wurde zum Namen Helpup

So könnte es seinerzeit

ausgesehen haben

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© August Rettig